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| Die Geschichte Schönbergs | ||||
Die Entstehung und Entwicklung des Dorfes ist untrennbar mit der spätestens um
1230 erbauten Burg verbunden. So ist zu vermuten, dass sich erst mit dem
Burgenbau auch die ersten Menschen am Fuße des Burgberges ansiedelten. Dies war
zunächst nur an den Einmündungen der Seitentäler möglich, die vom Hofweg und
vom
Rosengrund herführten. Die Verbreiterung des schluchtartigen Tales ergab sich
erst durch das Brechen der Steine zum Bau der Wehranlage. In der Bayrischen
Fehde im Jahre 1504, wurde das Schloss und das ganze Tal vom Landgrafen Wilhelm
und
seinen
Verbündeten verwüstet. Es folgte eine lange Epoche des Aufbaus und des
allgemeinen Wohlstandes, die bis zum 30-jährigen Krieg reichte. Besonders in
den
Jahren davor war eine rege Bautätigkeit im Dorf und auf dem Schloss zu
verzeichnen. Schönberg war seit seiner Existenz Teil der Grafschaft
Erbach, die im Jahre 1806 dem Großherzogtum Hessen eingegliedert wurde. Erst aus
dieser Zeit sind uns an Hand von Aufstellungen gesicherte Erkenntnisse über die
Bevölkerungsstruktur erhalten. Damals zählte Schönberg 469 Seelen, darunter 21
jüdischen Glaubens. Gezählt wurden16 Bauern- und 38 Handwerker- bzw.
Tagelöhnerhäuser. Allgemein wird die Bevölkerung aber als arm beschrieben. Dies
änderte sich etwas, als nach dem Bahnbau entlang der Bergstraße, Mitte des 19.
Jahrhunderts, es den Menschen möglich war auch außerhalb Arbeit zu suchen.
Gleichzeitig brachte dieses neue Verkehrsmittel an den Wochenenden zahlreiche
Ausflügler an die Bergstraße und in den vorderen Odenwald. Von den ehemals zahlreichen Mühlen konnten in neuer Zeit einige einer Nutzung
als Steinwerk oder mechanische Werkstätten zugeführt werden, die heute jedoch
nicht mehr existieren. Auch die bescheidene Textilindustrie, die nach dem 2.
Weltkrieg sich hier ansiedelte, ist nicht mehr vorhanden. 1939 wurde Schönberg
per Verfügung zu Bensheim eingemeindet. Seit 1872 ist ein Kindergarten am Ort
vorhanden, die bis 1975 bestehende Schule war seit 1630 nachweisbar. Die beiden
Kirchen sind, wie der Kindergarten, für die beiden Bensheimer Stadtteile
Schönberg und Wilmshausen errichtet. Die größten Arbeitgeber sind heute die
Christoffel Blindenmission und das als Bildungsstätte betriebene Schloss
Schönberg.
Manfred Schaarschmidt, im Januar 2003 |
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