Geschichte  
 
 
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  Die Geschichte Schönbergs  
 
 
 
Schloss Schönberg
Zur Geschichte von Schönberg

Die Entstehung und Entwicklung des Dorfes ist untrennbar mit der spätestens um 1230 erbauten Burg verbunden. So ist zu vermuten, dass sich erst mit dem Burgenbau auch die ersten Menschen am Fuße des Burgberges ansiedelten. Dies war zunächst nur an den Einmündungen der Seitentäler möglich, die vom Hofweg und vom Rosengrund herführten. Die Verbreiterung des schluchtartigen Tales ergab sich erst durch das Brechen der Steine zum Bau der Wehranlage. In der Bayrischen Fehde im Jahre 1504, wurde das Schloss und das ganze Tal vom Landgrafen Wilhelm und seinen Verbündeten verwüstet. Es folgte eine lange Epoche des Aufbaus und des allgemeinen Wohlstandes, die bis zum 30-jährigen Krieg reichte. Besonders in den Jahren davor war eine rege Bautätigkeit im Dorf und auf dem Schloss zu verzeichnen.
Spätestens im Jahr 1622 wurde dann auch für unser Dorf die Geißel des Krieges spürbar, als Schloss und Dorf mehrfach von ligistischen Truppen überfallen und geplündert wurden. Der Willkür der zügellosen Landsknechte folgte Mitte der 30er Jahre die Pest, die im Odenwald ebenfalls große Opfer forderte. Als 1648 endlich Friede einkehrte, lebte in unserer Heimat nur noch ein Viertel der Bevölkerung, manche Dörfer waren viele Jahre menschenleer. Einer kurzen Friedenszeit folgten die Raubkriege des Französischen Sonnenkönigs, die das Land noch schlimmer heimsuchten als zuvor. Der Überfall auf das Schloss im Herbst 1696 bildete den Abschluss des Unheils. Auch weiterhin hatte man sehr unter den zahlreichen Kriegen zu leiden.

Schönberg war seit seiner Existenz Teil der Grafschaft Erbach, die im Jahre 1806 dem Großherzogtum Hessen eingegliedert wurde. Erst aus dieser Zeit sind uns an Hand von Aufstellungen gesicherte Erkenntnisse über die Bevölkerungsstruktur erhalten. Damals zählte Schönberg 469 Seelen, darunter 21 jüdischen Glaubens. Gezählt wurden16 Bauern- und 38 Handwerker- bzw. Tagelöhnerhäuser. Allgemein wird die Bevölkerung aber als arm beschrieben. Dies änderte sich etwas, als nach dem Bahnbau entlang der Bergstraße, Mitte des 19. Jahrhunderts, es den Menschen möglich war auch außerhalb Arbeit zu suchen. Gleichzeitig brachte dieses neue Verkehrsmittel an den Wochenenden zahlreiche Ausflügler an die Bergstraße und in den vorderen Odenwald.
Karte

Von den ehemals zahlreichen Mühlen konnten in neuer Zeit einige einer Nutzung als Steinwerk oder mechanische Werkstätten zugeführt werden, die heute jedoch nicht mehr existieren. Auch die bescheidene Textilindustrie, die nach dem 2. Weltkrieg sich hier ansiedelte, ist nicht mehr vorhanden. 1939 wurde Schönberg per Verfügung zu Bensheim eingemeindet. Seit 1872 ist ein Kindergarten am Ort vorhanden, die bis 1975 bestehende Schule war seit 1630 nachweisbar. Die beiden Kirchen sind, wie der Kindergarten, für die beiden Bensheimer Stadtteile Schönberg und Wilmshausen errichtet. Die größten Arbeitgeber sind heute die Christoffel Blindenmission und das als Bildungsstätte betriebene Schloss Schönberg.
Heute wird das gesellschaftliche Leben weitgehend von den Vereinen und den Kirchengemeinden gestaltet, die in der Interessengemeinschaft Schönberger Vereine zusammengeschlossen sind.

Manfred Schaarschmidt, im Januar 2003